Tod? Verlust? Krankheit? Trennung? Untreue? Schulden? All diese Ereignisse können von von Menschen bewältigt werden. Manchmal jedoch überraschen sie uns und führen zu einer Krise. Eine Krise entsteht durch Ereignisse, Konflikte oder Lebensumstände, die dein psychisches Gleichgewicht erschüttern, weil noch Ressourcen fehlen, mit denen du sie leicht bewältigen kannst.
Hier findest du Tipps, mit denen du jede Krise besser überstehen kannst:

 
 

1) Erlaube und akzeptiere deine Emotionen!

Oft lösen Krisen negative Emotionen wie Ärger oder Traurigkeit aus. Das ist eine normale Reaktion und es kostet viel Energie diese Emotionen abzuwehren oder zu verstecken. Jede Abwehr braucht Energie, die im Falle einer Krise besser für die Bewältigung eingesetzt wird. Stelle dich deinen Emotionen und durchlebe sie! Erlaube dir, dich zu ärgern und auf jemanden wütend zu sein. Erlaube dir traurig zu sein und zu weinen. Manchmal kann es sogar hilfreich und entlastend sein, deine Gefühle mit einem Freund oder einer Freundin zu teilen. Emotionen anzunehmen bedeutet auch, sie zu bewältigen.

 
2) Unterscheide zwischen Tatsache und Bewertung!
Es gibt keine Krise, außer du machst sie zu einer. Du kannst diesen Mechanismus leicht erkennen, wenn du einen Unterschied machst zwischen der Tatsache und der Bewertung. Eine Tatsache kann nämlich zu unterschiedlichen Bewertungen führen und damit unterschiedlich erlebt werden.

Erwin ist ausgezogen und hat seiner Exfreundin Martina die Wohnung überlassen. Martina hat mindestens zwei Möglichkeiten, um die Situation zu bewerten und zu entscheiden.

  • Variante 1: Sie entscheidet zu glauben, dass sie wertlos ist, zu dick und sowieso nie wieder einen Freund finden wird. Sie erschafft eine Krise wird traurig und fühlt sich einsam und verlassen.
  • Variante 2: Sie entscheidet sich zu erkennen, dass das Ende der Beziehung auch ein Neuanfang ist und erinnert sich daran, dass sie ein wertvoller Mensch ist und somit bald wieder jemanden finden kann, der besser zu ihr passt.

Entscheide, welche Bedeutung du der Situation geben willst. Viktor Frankl, ein berühmter Psychiater prägte eine Frage, die dich dabei unterstützen kann. Frage dich selbst: Wofür ist das eine Gelegenheit?

 
3) Lerne und handle.
Grundsätzlich können Krisen bewältigt werden. Viele Menschen vor dir haben das bereits getan. Überlege dir daher welche nächsten Schritte notwendig sind. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Wenn dir das Leben diese Krise als Lernerfahrung schickt. Welche Lernerfahrungen stecken in der Krise? Was kann ich daraus lernen?
  • Wie würde ein anderer (ein Freund oder eine Freundin) jetzt handeln?
  • Was kannst du für dich und dein Wohlbefinden jetzt tun?
  • Wer kann dich dabei unterstützen? Wo bekommst du Hilfe?

 
4) Blicke in die Zukunft.

Als ich mich als Kind schmerzvoll beim Radfahren das Knie verletzte, hatte meine Großmutter einen weisen Spruch auf Lager: „Bis zum Heiraten ist alles wieder gut.“ Der Spruch alleine konnte damals wenig hilfreich sein. Es ist allerdings bekannt, dass die Vorstellung der Zukunft hingegen in Krisensituationen eine wertvolle Ressource ist: Nimm dir ein paar Minuten Zeit und gehe für einen Moment davon aus, dass du die Krise erfolgreich bewältigt hast. Lass in deiner Phantasie ein Zukunftsbild entstehen:

  • Wie fühlt sich dein Zukunftsbild an?
  • Wofür war die Krise damals eine Chance?
  • Wie denkst du jetzt über die Krise damals?
  • Was hast du jetzt über die Krise in der Vergangenheit gelernt?