Irrtum 1: Die Beziehung zu meinem Partner macht mich glücklich.
Es gibt nur einen einzigen Menschen in deinem Leben, dem es möglich ist, dich glücklich zu machen und das bist du selbst. Erwartest du von deinem Gegenüber, dich glücklich zu machen, nimmst du eine Opferhaltung ein und wartest auf einen Retter.
Damit ist Dramadynamik vorprogrammiert und der Druck einer unmöglichen Aufgabe lastet auf deinem Gegenüber. Die größte Dramadynamik liegt übrigens in dem Satz: „Ich liebe dich so sehr, ohne dich kann ich nicht leben!“ Welchen Druck spürt du, wenn dein Partner oder deine Partnerin dir diese Verantwortung auferlegt?
Probiere zum Vergleich den folgenden Satz: „Ich kann sehr gut alleine leben und für mich sorgen, aber mit dir ist es einfach viel schöner!“

Hilfreiche Fragen dazu:

  • Welche Erwartungen habe ich an meine Partnerschaft?
  • Wofür missbrauche ich meine Partnerschaft?
  • Was kann mir die Partnerschaft erfüllen? Was nicht?

 
 

Irrtum 2: Er soll meine Wünsche von den Augen ablesen.
Du wünschst dir einen Partner oder eine Partnerin, der dich auf Händen trägt und dir jeden Wunsch von den Augen abliest? Kannst du anderen Menschen die Wünsche von den Augen ablesen? Fast niemand hat diese Fähigkeit. Erwarte das nicht von deinem Partner oder deiner Partnerin. In einer guten Partnerschaft wird über Bedürfnisse gesprochen. Entwickelt daher eine gute Kommunikationskultur.

Hilfreiche Fragen dazu:

  • Wie kann ich Bedürfnisse in meiner Partnerschaft kommunizieren?
  • Welche Bedürfnisse kennt mein Gegenüber? Welche nicht? Warum nicht?
  • Wie gehen wir damit um, wenn Bedürfnisse unterschiedlich sind?

 
 

Irrtum 3: In einer Partnerschaft werde ich eins mit meinem Partner.
Eine Partnerschaft ist keine Verschmelzung von Persönlichkeiten. Auch in einer Partnerschaft gibt es Grenzen zwischen euch und eine zu respektierende Privatsphäre. Gebt euch gegenseitig die Erlaubnis, eigenständige Menschen zu bleiben. Das lässt Euch die Freiheit, immer wieder Ja zueinander zu sagen.

Hilfreiche Fragen dazu:

  • Wie gehen wir damit um, wenn Bedürfnisse unterschiedlich sind?
  • Welche Privatsphäre brauche ich selbst?
  • Welchen Raum gestehe ich meinem Gegenüber zu?
  • Was mache ich alleine obwohl ich in einer Partnerschaft bin? Was mein Gegenüber?
  • Welche Geheimnisse sind gut?

 
 

Irrtum 4: Liebe ist konstant.
Es gibt in jeder Partnerschaft Momente, in denen ihr Euch einfach nicht ausstehen könnt. Verlange nicht von der Liebe konstant zu sein. Die Liebe ist wie das Wasser im Meer. Manchmal gibt es Ebbe, manchmal gibt es Flut. Vertraue auf einen natürlichen Verlauf.

Hilfreiche Fragen bei Ebbe:

  • Was verbindet uns noch immer?
  • Welchen Beitrag kann ich leisten?
  • Welche Fragen wären jetzt hilfreich?
  • Wofür ist das eine Gelegenheit?